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Montag, 9. Mai 2011

Schatten

Wir alle ziehen sie hinter uns her. Ob lang oder kurz, ob vergessen oder bewusst. Die Schatten sind immer da und begleiten uns unser ganzes Leben, wir werden sie nicht los. Wir können sie höchstens manchmal überspringen. Nur das ist das schwerste von allem. Drei Jahre lang hab ich einen Schatten mit mir herum getragen der größer war als ich und der mich verfolgte ohne Gnade. Wer einmal einen Fehler macht, kann es entweder ewig bereuen oder anfangen sich selbst zu verzeihen und beginnen es besser zu machen. Früher dachte ich immer man bekomme eine Chance, oder vielleicht auch eine Zweite. Aber im Leben erhalten wir so viele Chancen, auch wenn wir das nicht erwartet hätten. Am wichtigsten dabei ist, sie zu nutzen und aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Ein weißer Spruch besagt: Wer Zwietracht sät, erntet Zwietracht! Und nach solch einem Motto zu Leben, mach einen nicht glücklich. Ich vergaß was wichtig war und ließ mich von Wut, Egoismus und Torheit lenken. Ich hinterging meine Freunde, die immer für mich einstanden und verheimlichte ihnen, das ich der Grund für den allgemeinen Hass gegen uns war. Ich ließ mich verteidigen obwohl ich wirklich an allem die Schuld trug. Genau so schlimm war, das ich andere da mit hinein zog. Ich ließ es zu, dass man sich über Unschuldige das Maul zerriss, genau das was man mit mir früher getan hatte. Genau das was ich immer anprangerte! Und der Schatten wuchs. Ich glaubte alles im Griff zu haben und selbst als ich mich stellte und für alles einstand, so tat ich es doch nie wirklich. Noch immer war ich nicht bereit für meine Fehler einzustehen. Und damit wuchs auch der Schatten weiter. Einzelkämpfer mögen zwar oft gewinnen, aber was hilft es dir wenn dir am Ende nur dein Schatten zurückbleibt. Es dauerte nun auch drei Jahre, bis ich mich endlich mit meinem Schatten auseinander setzen konnte. Erst wenn man bemerkt, das einem die anderen auch vergeben, erkennt man dass man für die Dinge die man verbockt hat einstehen muss. Der Schatten wird sonst immer größer. Zuletzt größer als du selbst. Wie auch schon bei Hans Christian Andersen, als der Schatten seinen Besitzer zum Schatten machte, werden auch wir zum Schatten, wenn wir nicht in uns aufräumen. Und ich war ein Schatten meiner selbst geworden. Wenn wir nicht verzeihen, vergeben und vor allem aus Fehlern lernen, dann lassen wir diesen Schatten uns beherrschen. Denn genau in dem Moment, in dem wir loslassen, springen wir über unseren Schatten. Genau dann ist der Schatten nicht mehr etwas, dass uns verfolgt, sondern das, was er ist: ein Teil von uns!

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