Wenn man merkt, dass es immer kühler draußen wird und man nun eine Decke mehr im Bett benötigt, oder wenn man den Kaschmirpulli vom letzten Winter trägt, weil einem einfach gefühlmäßig danach ist, ja dann ist es Herbst. Das erste Blatt fällt einem entgegen und es erfüllt einen eine melancholische Stimmung. Man mag es nicht glauben aber der Herbst symbolisiert mehr als nur das Ende des Sommer. Es ist vielmehr der Zeitpunkt, an dem wir beginnen über das Ende nachzudenken. Während sich die Blätter gold zu färben beginnen, fragen wir uns ob nicht gerade das, die goldenen Zeit ist und das wenn sie in Kürze enden sollte, auch etwas bei uns enden wird. Wir fragen uns ob wir das Glück, das wir haben, eigentlich verdient haben. Oder wir fragen uns, ob es unser Glück da draußen überhaupt gibt? Wir fragen uns, was kommt danach? Was wird wohl sein? Ja wenn etwas endet, fragen wir uns so oft ob das was, wir haben wohl auch schnell enden könnte? Dabei vergessen wir jedoch die Tatsache, das ein Ende nicht immer schlimm sein muss. Wie auch der Herbst noch schöne Tage haben kann, während die Sonne die Blätter in goldenes Licht taucht, hat auch ein Ende etwas gutes. Es kann von dem befreien, was schwer auf uns lastet, es kann retten, wovor wir Angst haben aber es kann einen leider auch für immer von dem lösen, was uns leib und teuer ist. Ein Ende hat seine guten und seine schlechten Seiten. Und auch wenn wir dem Ende nicht immer gut entgegen sehen, weil es natürlich heißt sich von etwas zu trennen, so bedeutet es auch, dass nun etwas neues beginnen kann. Und so wie die Partner voneinander lassen, wie die Blätter es vom Baume tun, so bekommt der Mensch spätestens im Frühjahr eine neue Chance. Der Sommer mag vorbei sein, doch eins lernen wir daraus, aus dem Dunkeln und der Kälte in der Nacht, steigt die Sonne immer wieder mit Kraft heraus und genau so sollten wir es auch tun.
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Donnerstag, 16. September 2010
Herbst
Mittwoch, 1. September 2010
Die Dritte im Bunde
Gestern war mal wieder einer der Abende, an denen hätte es Tote gegeben, wenn nur etwas mehr Alkohol bei einer Person im Spiel gewesen wäre. Begonnen hatte der Abend mit vier Freunden, zwei davon sind ein Pärchen, und einer alten Geliebten. Jede Frau kennt die Situation, wenn die Ex des Freundes mit im Raum ist. Muss ja nicht schlimm sein oder gar so enden, nur wenn diese mit allen Mitteln versucht altes wieder zurück zu gewinnen, könnte es unter Umständen knallen. Und dann aber gewaltig. Doch das sollte an dem Abend nicht das eigentlich Problem sein, zumindest noch nicht gleich. Also verließ der Abend harmonisch. Drink um Drink kam und kam, nur die männliche Hälfte des Pärchens durfte an diesem Abend nicht, da er und heimbringen musste. Seine Ex aber trank und nach einer halben Stunde schon hatte sie so einen im Tee, das sie sich nur noch irgendwo an Leute anklammerte. Irgendwann wurde auch ich von meiner Freundin eingeweiht, wer sie seine ex war. Ich verkniff mir also nicht, dass was mir im ersten Moment so durch den Kopf schoss und schlug einen bösen Kommentar nach dem anderem heraus. Meine Freundin, war davon sehr amüsiert und schloss sich dem gleich an, ihr Freund jedoch war von der Art wie wir über seine Ex-Freundin sprachen nicht sonderlich begeistern und warf mir und seiner Freundin böse Blicke zu. Und an diesem Punkt bemerkte ich, dass diese Beziehung noch eine weitere Person beinhaltet. Und zwar ohne dass meine Freundin es wusste. Seine Ex scheint ihm immer noch wichtig zu sein. Geschockt beobachtete ich den weiteren Verlauf des Abend. Ich kannte die Geschichte gut, fast sogar zu gut. Und deshalb war ich auch so beunruhigt, da ich wusste, dass er schon einmal schwach geworden war, als er schon mit meiner Freundin zusammen war. Der Abend konnte nicht mehr skurriler werden, zumindest hatte ich das gedacht, doch dann folgte die ex mit einem Oscar reifen Auftritt. Ich hätte nie gedacht, dass ein Mensch es wirklich den ganzen Abend durchhalten kann nett zur neuen Freundin des Ex-Freundes zu sein, vor allem wenn sie sie hasst wie Katzen das Wasser. Und so bekam meine Freundin einen Drink nach dem anderen von ihrer Rivalin, die sich immer noch mehr anbiederte. Auf die ex ihres Freundes angesprochen, antwortete sie nur, dass sie keine Angst deswegen habe, ihr Gesicht verriet allerdings etwas anderes. Und meine Intuition tat das auch. Kann es möglich sein, das wir so etwas einfach nicht sehen? Oder gar nicht sehen wollen? Und wie können wir mit jemandem zusammen sein, wenn er in Wahrheit jemanden anderes liebt? Oder ist es möglich zwei Menschen gleichzeitig zu lieben? Sie liebt ihn. Er liebt sie und sie, sie liebt sie aber nicht! Und beide lieben sie ihn?